Bitterer Kaffee

Uganda - Bauern kämpfen um ihr Land
Deutschland 2020, 45 Min.

2001 wurden im Distrikt Mubende in Uganda 4.000 Menschen durch die Armee von ihrem Land vertrieben, um eine neue Plantage der Neumann Kaffee Gruppe aus Hamburg, weltweit führender Rohkaffee-Händler, anzulegen. Ugandischen Soldaten vertrieben die Menschen, die dort lebten  und ihren gesamten Besitz verloren. Jahrelang lebten sie in notdürftigen Behausungen nahe der Plantage. 2002 begannen sie, sich juristisch gegen die Vertreibung und den Raub ihres Landes zu wehren. Mit Unterstützung von Menschenrechtsorganisationen verklagten sie den ugandischen Staat und den Neumann-Konzern. Doch der Prozess wurde über Jahre verschleppt. Erst im März 2013 fällte der High Court ein erstes Urteil zu ihren Gunsten. Der Neumann-Konzern lehnt jedoch bis heute jegliche Mitverantwortung für die Vertreibung ab und ist daher auch nicht bereit, sich an einer Entschädigung zu beteiligen.
Auch der Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte der Vereinten Nationen in Genf beschäftigte sich 2015 mit dem Fall und forderte die ugandische Regierung ergebnislos auf, die Rechte der Vertriebenen wiederherzustellen. Als ein Richter im Juli 2019 eine außergerichtliche Schlichtung anordnete, schien die Chance auf eine Lösung des Konflikts gekommen. Aber auch diese Verhandlungen ziehen sich in die Länge. Inzwischen scheint das zermürbende Ringen um eine Entschädigung Wirkung zu zeigen: die Regierung legt ein Entschädigungsangebot auf den Tisch, aber Anfang 2020 sind die Vertriebenen uneins, wie sie darauf reagieren sollen. Die meisten Familien wollen es annehmen, andere jedoch weiter klagen. Sie bewerten das Angebot nach wie vor als zu gering für das erlittene Unrecht. Werden die Menschen auch fast zwei Jahrzehnte nach der Vertreibung weiter um ihr Recht kämpfen und auf eine Entschädigung warten müssen?

Regie: Michael Enger

Buch: Michael Enger

Fernsehsender/Produktion: Phoenix

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