Der Traum der Kurden: Rojava

Deutschland 2019, 45 Min.

Ende März 2019 konnten die Kurden mit Unterstützung durch US-amerikanische Luftschläge die letzte Bastion des so genannten „Islamischen Staates“ befreien. Für die Zeit nach dem Krieg hatten alle am Konflikt in Syrien beteiligten Parteien eigene Pläne. Was aber wollten die Kurden in Rojava, wie sie ihr Gebiet in Nordsyrien nennen? 2013 hatten sie die Kontrolle über ihr Gebiet übernommen und eine Selbstverwaltung aufgebaut. Verschiedene Volksgruppen und Religionen wollen hier zusammenleben, das Land in Eigenregie verwalten und die Gleichstellung von Mann und Frau durchsetzen. Aber ihr gesellschaftliches Experiment war von Anfang an bedroht. Vor allem die Türkei will ein unabhängiges Kurdengebiet verhindern und drohte immer wieder mit militärischen Schritten. Der Abzug der Amerikaner und der Einmarsch der türkischen Armee hat im Jahr 2019 eine neue Runde im Krieg in Syrien eingeläutet.
Die Reportage ist eine Reise durch Rojava im Spätsommer 2018. Der Film stellt unterschiedliche Aspekte des gesellschaftlichen Aufbruchs aus Sicht der Kurden vor. Wie weit sind sie gekommen mit ihrem Experiment einer direkten kommunalen Demokratie und der Gleichstellung der Geschlechter? Der Film ist auch eine Wiederbegegnung mit Menschen, die die Reporter wenige Jahre zuvor während des Krieges dort getroffen hatten. In Kobanê, wo die Kurden 2014 monatelang den Angriffen der IS-Terrormiliz standhielten, erinnert nur noch wenig daran, dass die Stadt einmal vollkommen in Trümmern lag.

Regie: Michael Enger

Fernsehsender/Produktion: NDR Arte

Kontakt:

NDR/Arte und Michael Enger

E-mail: info@MichaelEnger.de