Türsteher Europas – Wie Afrika die Flüchtlinge stoppen soll

Deutschland, Niger, Sudan, Uganda 2018, 44 Min.

Mit Milliardensummen werden afrikanische Staaten als neue Grenzschützer etabliert. Entwicklungshilfe wird an die Bedingung geknüpft, dass nur Unterstützer der europäischen Migrationskontrolle Geld erhalten. Profiteure dieser Politik sind Rüstungs- und Sicherheitsfirmen. In zwölf Ländern erkundet der Film, wie Europa heute seine Grenzen durch Afrika zieht.
Als 2004 Flüchtlinge in Booten von Westafrika zu den Kanarischen Inseln fuhren, griff Spanien durch. Es zahlte Ländern wie Senegal viele Millionen Euro, um die Flüchtlinge zu stoppen. Seitdem riegelt die spanische Küstenwache die senegalesischen Strände ab, Tausende Kilometer von Europa entfernt. Dieses Prinzip kopiert die EU heute im großen Stil mit fast zwei Dutzend Ländern in Afrika. Der Deal lautet Entwicklungshilfe gegen Flüchtlingsstopp. Wer beim Kampf gegen irreguläre Migration als Türsteher der EU agiert, bekommt Geld. Europäische Polizisten und Soldaten werden in immer mehr Länder Afrikas geschickt, um den Grenzschutz zu verbessern. Auch Diktaturen wie Sudan und Eritrea werden so zu „Partnern“ Europas, um Fluchtrouten zu unterbrechen. Für europäische Sicherheits- und Rüstungskonzerne ist das Geschäft mit der Grenztechnologie ein neuer Absatzmarkt. Mit Hilfe von Entwicklungsgeldern investieren afrikanische Regierungen in Hochtechnologie „Made in Europe“, die sie sich ohne EU-Hilfe nicht leisten können. Kritik äußert die Afrikanische Union. Sie sieht ihre Pläne von einem Kontinent der Freizügigkeit ähnlich dem Schengen-Modell als unvereinbar mit den EU-Vorstellungen. Der Film untesucht unter anderem in Uganda, Niger und dem Sudan, wie die EU ihre Migrationspolitik in Afrika durchsetzt, wer davon profitiert und welchen Preis die Migranten dafür zahlen müssen.

Regie: Jan M. Schäfer, Simone Schlindwein, Christian Jakob

Buch: Jan M. Schäfer, Simone Schlindwein, Christian Jakob

Kamera: Thomas Schneider, Marcaus Winterbauer

Ton: Pascal Capitolin, Konstantin Kirilow

Schnitt: Gunnar Refardt

Fernsehsender/Produktion: ZDF, mobyDOK

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